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HauptautorWalter Niewöhner
MitautorenStefanie Ritter
MedientypPDF-Dokument
PublikationsartVortrag
Erscheinungsjahr2017
Verlag26. EVU Conference, Haarlem

Es gibt Unfälle, bei denen der Radfahrer beabsichtigt, nach links abzubiegen oder auf die andere Straßenseite zu fahren. Das nachfolgende Kraftfahrzeug kollidiert mit diesem Fahrrad. Betrachtet man diese Unfälle detaillierter, so ist die Ursache in der Kombination von „totem Winkel“ und „Fehlinterpretation der Situation“ zu sehen. Der Kraftfahrer interpretiert eine scheinbar klare Verkehrslage falsch, während gleichzeitig der Radfahrer das Kraftfahrzeug übersieht. Der Radfahrer führt einen Schulterblick durch, kann jedoch das in seinem toten Winkel befindliche Kraftfahrzeug nicht sehen. Der Kraftfahrer sieht diesen Schulterblick und geht aufgrund der Bewegungslinie des Radfahrers davon aus, dass der Radfahrer ihn gesehen hat. Er setzt zum Überholen an. Dieses Missverständnis führt dann zur Kollision. Verkehrsteilnehmer, Sachverständige und Juristen sollen für solche Situationen sensibilisiert werden und genauere Kenntnisse darüber erhalten, welche Rahmenbedingungen zu dieser scheinbar so unnötigen Kollision führen. Die beschriebene Situation ist nicht sehr häufig im Straßenverkehr. Aber sie zeigt, dass eine genaue Betrachtung der einzelnen Umstände und das gegenseitige Verständnis über Bewegungsabläufe und mögliche Grenzen der Informationsaufnahme helfen könnten eine kritische Verkehrssituation zu entschärfen.

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