evuonline
Rekonstruktion
Versuche
Experts
Forschung
Datenbank
Kongresse
HauptautorDr. Sven Hartwig
MitautorenMirko Knape, Andreas Kunze, Dr. Michael Weyde
MedientypPDF-Dokument
PublikationsartVortrag
Erscheinungsjahr2017
Verlag26. EVU Conference, Haarlem

In den letzten 7 Jahren wurde im Institut für Rechtsmedizin an der Charité Berlin der Großteil der getöteten Verkehrsunfallopfer nicht nur obduziert, sondern standardisiert unter Verwendung eines Multislice Computertomographen (MSCT) radiologisch untersucht. Seit etwa derselben Zeit werden schwere Verkehrsunfälle in Berlin von der Polizei in einer Qualität aufgenommen, wie man es sonst nur bei Verbrechenstaten kannte. Hierzu werden die speziell ausgebildeten Verkehrspolizisten bei Unfällen mit getöteten Personen des Weiteren von Unfall-Sachverständigen unterstützt. Hierdurch konnten einerseits umfangreiche Unfalldaten und damit einhergehende Verletzungsinformationen erfasst und anderseits in Korrelation gebracht werden. Diese Erkenntnisse wurden bei der Weiterentwicklung des biofidelen Dummys (BD-Dummy) berücksichtigt, damit dieser nicht nur wie bei den zuvor im Ing.-Büro Priester & Weyde entwickelten ersten beiden Prototypversionen des BD-Dummy realistische Schäden an den Fahrzeugen bei Crashversuchen erzeugt, sondern auch solche Schäden am Dummy verursacht werden, die Aufschluss über zu erwartende Verletzungen bei Fußgängern geben bzw. die Verletzungswahrscheinlichkeit in Zukunft ggf. bestimmen lassen könnten. Der weiterentwickelte BD-Dummy wurde bereits in mehreren Crashversuchen eingesetzt, bei denen unter anderem auch Realunfälle nachgestellt wurden. Die Unfallnachstellungen in Form von Kollisionsversuchen unter Verwendung des weiterentwickelten BD-Dummy erfolgten zum Teil in Kooperation mit Crashtest-Service.com, der Universität Zilina und der Polizei in den Niederlanden. Im Rahmen des Vortrages, der sich in drei Teile gliedert, werden einerseits einige Ergebnisse aus den durchgeführten Crashversuchen dargestellt und andererseits der aktuelle Entwicklungsstand des BD-Dummy präsentiert. Ferner werden die Erkenntnisse aus den computertomographischen Untersuchungen von getöteten Verkehrsunfallopfern, die einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des BD-Dummy hatten, von medizinischer Seite vorgestellt. In diesem Paper wird allerdings vorrangig die technische Entwicklung und Anwendung des biofidelen Dummys als Surrogat für Fußgänger und Radfahrer bei Full-Scale-Crash-Tests dargestellt.

(EVU-Mitglieder können den ganzen Beitrag herunterladen)